Empty-Nest-Syndrom: Tipps und Wege aus der Depression

Wenn die Kinder aus dem Haus sind und ihr eigenes Leben führen, kann sich das Empty-Nest-Syndrom bei den Eltern bemerkbar machen. Das Loslassen des Nachwuchses fällt schwer und hinterlässt gemischte Gefühle. Das Syndrom kann sogar zur Depression führen und die Lebensqualität stark einschränken.
Viele Betroffene wissen gar nicht, woher deren depressive Gefühlslage kommt oder was sie dagegen tun können.
Wenn Du betroffen bist oder einen solchen Gemütszustand bei Deinem (Ehe-) Partner bemerkst, bist Du hier genau richtig. In diesem Beitrag erfährst Du mehr zum Empty-Nest-Syndrom, um es besser einordnen zu können. Und in meiner fachkundigen Beratungspraxis kannst du herzlich gerne weitere Hilfe finden.

Das ist das Empty-Nest-Syndrom

Manche können mit dem Begriff Empty-Nest-Syndrom vielleicht nichts anfangen oder wissen nicht, was er bedeutet. Die Bezeichnung heißt wörtlich übersetzt „Leeres-Nest-Syndrom“ und steht für eine Phase, die alle Eltern durchleben. Es geht um das Ereignis, wenn ein Einzelkind oder das letzte Kind unter Geschwistern das Elternhaus verlässt. Es hinterlässt sozusagen ein leeres Nest und wird flügge. Dies stellt eine Übergangsphase im Elterndasein dar. Alles verändert sich: die Tagesabläufe, die Aufgaben und vieles mehr, was bislang in Zusammenhang mit dem Kind anfiel.

Diese massive Veränderung erschüttert das Gefühlsleben von Eltern und ruft häufig Traurigkeit, Leere und Verlustgefühle hervor. Dies ist zunächst eine völlig normale Reaktion. Schließlich müssen liebgewonnene Gewohnheiten abgelegt und der Alltag neu organisiert und koordiniert werden.
Es gibt durchaus Eltern, die das Empty-Nest-Syndrom recht gut überwinden. Andere wiederum tun sich mit dem Loslassen schwer und empfinden die Zeit nach dem Auszug des Kindes als anhaltende Trauer.
Dieser Zustand kann in einer Depression enden und das Dasein nur noch trist und grau erscheinen lassen.

Warum das Loslassen so schwer fällt und warum es so wichtig ist, das Loslassen zu lernen, erfährst Du in meinem Blogartikel Loslassen lernen – Deine Chance für einen Neuanfang. Ich erkäre Dir, welche körperlichen und psychischen Symptome sich einschleichen können, wenn man nicht loslassen kann und wie Du in 5 Schritten das Loslassen lernen kannst.

Empty-Nest-Syndrom – Emotionale und psychische Auswirkungen

Aus medizinischer Sicht gilt das Empty-Nest-Syndrom nicht als Erkrankung. Es gibt auch keine einheitliche Definition des Zustands, da sich die emotionalen Auswirkungen bei jedem Betroffenen individuell darstellen. Allerdings weiß die Medizin, dass die resultierenden Faktoren des Syndroms die Gesundheit beeinträchtigen können. Dies macht eine frühzeitige Erkennung so schwierig. Meistens erfolgen Hilfe und Behandlung erst dann, wenn sich eine Depression eingestellt hat – wenn überhaupt.

Wer das Empty-Nest-Syndrom nur schlecht oder gar nicht bewältigen kann, leidet emotional und nicht zuletzt auch psychisch darunter. Die Stimmung ist dauerhaft getrübt und Gefühle von Einsamkeit und Verlassensein machen sich breit. Manche fühlen sich nach dem Auszug der Kinder vielleicht auch nutzlos.

Andere entwickeln Ängste und verkriechen sich regelrecht. Bei einigen stellen sich unter Umständen Schuldgefühle ein. Jene werfen sich zum Beispiel vor, zu wenig Zeit für die Kinder gehabt und sich zu wenig gekümmert zu haben. Nachem die Sprösslinge ausgezogen sind, sehen derart schuldbewusste Eltern
(oder Elternteile) keine Möglichkeit der Wiedergutmachung mehr.
In meinen weiteren Artikeln Schuldgefühle erkennen, akzeptieren und sie auflösen sowie Schuldgefühle überwinden und loswerden – in 5 Schritten erkläre ich Dir, wie sich Schuldgefühle sowohl körperlich, als auch psychisch zeigen und gebe Dir viele wertvolle Tipps, um Schuldgefühle überwinden und loslassen zu können.

Das Empty-Nest-Syndrom kann beide Elternteile treffen, wobei Mütter häufig stärker darunter leiden als Väter. Wie lange diese Phase der Umstellung dauert, ist unterschiedlich. Es können Wochen oder Monate sein und manche benötigen sogar bis zu zwei Jahren. Wenn das Syndrom allerdings viel länger andauert oder sich folgenschwer bemerkbar macht, ist es ratsam, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn Du eine alleinerziehende Mutter bist, kann es auch für Dich eine große Herausforderung sein, wenn Dein Kind (Deine Kinder) auszieht. In meinem Blogartikel Empty-Nest-Syndrom: Loslassen für Alleinerziehende erfährst Du, wie Du mit all Deinen Gefühlen umgehen kannst und wie Du es schaffst, gut durch diese Umbruchphase zu kommen.

Selbsthilfetipps: Aktiv gegen Empty-Nest-Syndrom und Depression

Um die Phase des Empty-Nest-Syndroms möglichst gut zu überwinden und es zu keiner Depression kommen zu lassen, kannst Du einiges tun. Es geht darum, dem Loslassen der Kinder den Schrecken zu nehmen.

Mache Dir zunächst klar, dass das Kind oder die Kinder nicht ganz weg sind. Dein Nachwuchs lebt jetzt einfach in seinen eigenen vier Wänden. Nicht mehr und nicht weniger. Genauso hast Du es seinerzeit auch getan. Du kann Dein Kind immer noch treffen und sehen. Es hilft auch, wenn Du Dich schon längere Zeit mental darauf vorbereitest. Nun gilt es, Deinen Alltag erfüllend zu gestalten, um empfundene Lücken zu schließen und Dein Selbstwertgefühl zu stärken.

Diese Selbsthilfetipps können dir helfen, aktiv gegen das Empty-Nest-Syndrom vorzugehen und einer Depression vorzubeugen:

  • Blicke mit liebevollen Gedanken kurz zurück und fokussiere Dich dann auf die Gegenwart und Zukunft
  • Denke darüber nach, was Du mit Deinem Gewinn an freier Zeit anfangen möchtest und was Dir Spaß macht
  • Entdecke Deine persönlichen Interessen und Ziele wieder
  • Belebe Deinen Alltag durch Hobbys, Sport oder ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Fasse Entschlüsse und setze diese um, zum Beispiel den Wiedereinstieg in den Beruf oder eine Nebentätigkeit
  • Schmiede weitere Pläne für die Zukunft, beispielsweise eine schöne Reise
  • Unternimm neue Dinge mit Deinem Partner oder Ehepartner
  • Baue schöne Erlebnisse in eure Beziehung ein, die vorher oft zu kurz kamen
  • Sprich mit Deinem Partner oder einer guten Freundin (einem guten Freund) über Deine Verlustgefühle
  • Besprich mit Deinem Kind, wie das leer gewordene Kinderzimmer künftig genutzt werden kann und gestalte es um
  • Schaue Dir von Zeit zu Zeit ein Bild Deines Kindes (Deiner Kinder) an und versuche, Gefühle von Stolz und Vertrauen zu empfinden
  • Halte Kontakt zu Deinem Kind (Deinen Kindern) und nimm Treffen mit Freude wahr
  • Mische Dich nicht ungefragt in die Angelegenheiten Deines Nachwuchses ein, aber sei da, wenn Du gebraucht wirst

Ergänzende Hilfe gegen das Empty-Nest-Syndrom

Selbstverständlich bin ich gerne für Dich da, wenn Du Hilfe benötigst, um gegen das Empty-Nest-Syndrom anzugehen. Mithilfe meiner psychologisch- und systemischen Beratung finden wir gemeinsam Wege, um Dir das Loslassen zu erleichtern. Auch wenn Du Dich in einer Depression befindest, kann ich Dich unterstützen, diese zu bewältigen. Sprich mich vertrauensvoll an!

Über die Autorin

Hallo, ich bin Andrea, psychologische und systemische Beraterin. Ich unterstütze dich einfühlsam und vertrauensvoll, die Krisen in deinem Leben zu meistern. Hier erfährst du mehr über mich.