Plötzlicher Tod ohne Abschied – Wenn Schuldgefühle unausgesprochen bleiben

Der Prozess der Geburt und des Sterbens hat einiges gemein. Denn auch beim Tod eines geliebten Menschen muss vieles geplant, bedacht und organisiert werden. Angehörige fühlen sich hier häufig überfordert, schließlich befinden sie sich gerade mitten im Trauerprozess.
Vielleicht ging es auch Dir so, dass Du Dich beim Tod einer lieben Person gefragt hast, ob Du jemals Deine Gefühle und Deine Gedanken dem Verstorbenen übermitteln konntest.

Ich helfe Dir auf diesem Weg aus Schuld, Trauer und vielen Fragen und zeige Dir, wie Du mit dem unguten Gefühl, nicht alles ausgesprochen zu haben, umgehst.

Plötzlicher Tod ohne Abschied – Was sind eigentlich Schuldgefühle und woher kommen sie?

Schuldgefühle machen, genauso wie all unsere anderen Gefühlsregungen, total Sinn. Denn unsere Vorfahren konnten in der Gruppe nur dann überleben, wenn sie bestimmte Regeln und Normen für ein gutes Zusammenleben aufstellten und einhalten konnten.
Diese zuerst ungeschriebenen Gesetze und Normen wurden durch Erfahrung und Erziehung erlernt und weitergegeben. Schuldgefühle nach Regelverletzung führten hier zu dem Impuls sich zu entschuldigen, den Schaden auszugleichen und somit für eine Wiederaufnahme in die Gruppe zu sorgen. Andernfalls drohte den Betroffenen der Gruppenausschluss und somit die Gefahr, alleine nicht zu überleben.

Heute ist die Situation natürlich anders. Der Grundgedanke bleibt jedoch. Denn nur, wenn wir uns schuldig fühlen, und Fehler überdenken und einsehen können, sind wir als soziale Wesen in der Lage, langfristig mit anderen zu kooperieren.

Soviel zur Theorie – in der Praxis sind diese Gefühle jedoch um einiges komplexer. Besonders beim Tod eines geliebten Menschen, wenn wir uns sowieso in einem Gefühls-Wirrwarr befinden, können Selbstvorwürfe sehr belastend sein. Dies gilt vor allem dann, wenn Du das nagende Gefühl, dem Betreffenden nicht alles gesagt zu haben, was Du empfindest, einfach nicht abschütteln kannst.

Plötzlicher Tod ohne Abschied – Wertschätzung und Dank für unsere Lieben, die Abschied nehmen müssen

Der Tod kommt oft unerwartet. Gerade bei einem plötzlichen Tod ohne Abschied ist es für Angehörige schwierig, mit dem plötzlichen Verlust umzugehen.
Für Deinen kommenden Trauerprozess ist es wichtig, Dich daran zu erinnern, wie Dich die betreffende Person inspiriert hat oder auch in schlechten Zeiten für Dich da war. Oft sind es auch die kleinen Gesten, die Dich beeindruckt haben oder die Dir im Gedächnis geblieben sind. Richte dabei Deinen Fokus hier bewusst weg von Deiner Trauer und priorisiere, was ihr zusammen erreicht habt, was geschafft wurde und was für Dich von Bedeutung war.

Tipps zur Selbsthilfe für den Umgang mit Schuldgefühlen

Sofern Du beim Tod eines Menschen Schuldgefühle empfindest oder es Dir nicht möglich war, ihm all Deine Gefühle zu vermitteln, ist der erste Schritt für Dich in die richtige Richtung der, Dich von dieser Schuld zu lösen.
Hierbei stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ganz wichtig! Mache Dir immer bewusst, dass Deine Schuldgefühle durch Deine Einstellung entstehen und nicht auf tatsächlichen Ereignissen beruhen.
In meinem Blogbeitrag Schuldgefühle erkennen, akzeptieren und sie auflösen, erkläre ich, was Schuldgefühle sind, woher sie kommen und wie man sie auflösen kann.

Hier habe ich weitere wertvolle Tipps für Dich, die Du als Soforthilfe bei aufkommenden Schuldgefühlen anwenden kannst:

  • Wandle Deine Schuldgefühle in Bedauern um

    Du hast recht. Es ist schade, dass Du Dich in bestimmten Situationen vielleicht nicht ganz richtig verhalten hast. Es ist mehr als bedauerlich, dass Du Dich so verhalten hast und es nun nicht mehr ändern kannst. Vielleicht bist Du auch traurig darüber, nicht alles gesagt zu haben, was Du sagen wolltest.
    Letztendlich konntest Du es nicht vorhersehen, welche Konsequenzen Dein Verhalten mit sich bringt und dass Dein Gegenüber in naher Zukunft sterben würde. Auch Du bist nur ein Mensch – Du machst Fehler, Du hast Ecken, Kanten und Gefühle. Die geliebte Person, die nicht mehr bei Dir ist, hat Dich gerade deshalb in ihr Herz geschlossen.

  • Du trägst nicht für alles die Verantwortung

    Vielleicht macht Du Dir Vorwürfe für Ereignisse, für die Du nicht die volle Verantwortung trägst.
    In einem solchen Fall ist es wichtig, dass Du Dich an die Tatsachen hälst. Nicht nur Du machst Fehler, auch der Verstorbene war nicht perfekt.
    Sicher hat auch er seinen Anteil zu einem Streit beigetragen oder hat sich Dir gegenüber nicht immer fair verhalten. Auch er hätte Dir vielleicht noch gerne seine Gedanken mitgeteilt oder Dir das eine oder andere Wort mit auf den Weg gegeben. Das ist absolut normal!

  • Lenke Deinen Blick auf das, was Du dem Verstorbenen gegeben hast

    Sicher lenkst Du Deinen Blick aktuell darauf, was Du glaubst, falsch gemacht zu haben.
    Vielleicht hast Du sogar unzählige Male etwas Falsches getan oder gesagt, genauso wie wir alle nicht immer richtig reagieren.
    Offenbar hat das eurer Beziehung zueinander aber nicht nachhaltig geschadet. Denn Fehler gehören zum Leben dazu und bestimmt hast Du dem Verstorbenen um ein Vielfaches mehr Gutes getan, als Du aktuell sehen kannst.
    Rufe Dir also in Erinnerung, was Du alles Gutes gemacht hast und erinnere Dich an all die schönen Situationen, mit denen Du das Leben des Verstorbenen bereichert hast.

  • Spreche mit anderen Menschen über Deine Gefühle

    Vielleicht tust Du Dich sehr schwer mit dem Verlust, den Du erlitten hast und mit der Tatsache, dass Du nicht alle Deine Gefühle mitteilen konntest.
    Oft hilft es in dieser Situation, mit einem Freund oder Familienmitglied zu sprechen. Fass Dir also ein Herz und wende Dich an eine vertraute Person, die Dir bei der Trauer und den offenen Fragen, die Du auf dem Herzen trägst, helfen kann.

Tipps und Unterstützung beim Verlust eines geliebten Menschen bekommst Du auch in meinem Blogbeitrag Trauerbegleitung. In diesem Artikel beschreibe ich, welche Merkmale bei der Trauer besonders häufig auftreten und Möglichkeiten, wie Du Dir oder auch einem anderen Betroffenen bei der Trauerbewältigung helfen kannst.

Manchmal ist es auch einfacher, mit einer außenstehenden Person zu reden.
Wenn Du ein offenes Ohr brauchst, stehe auch ich Dir in der Zeit Deiner Trauer einfühlsam an Deiner Seite. Gemeinsam erkunde ich mit Dir Deinen Seelenschmerz und zeige Dir Wege mit meiner Trauerbegleitung auf, wie Du mit Deinen Schuldgefühlen und dem Verlust umgehen kannst. Tip

Denn nur dann, wenn Du Dich von Deinen Schuldgefühlen löst, bist Du wieder offen, für all die Schönheiten, die Dir das Leben bietet.




Über die Autorin

Hallo, ich bin Andrea, psychologische und systemische Beraterin. Ich unterstütze dich einfühlsam und vertrauensvoll, die Krisen in deinem Leben zu meistern. Hier erfährst Du mehr über mich.