Führungskräfte stärken durch Burnoutprävention und Stressmanagement

Führungskräfte tragen nicht nur die Verantwortung für ihre Mitarbeiter, sondern auch für die eigene psychische Gesundheit. Leider ist es aber oft gar nicht so einfach, im Hamsterrad der vielfältigen Verpflichtungen einer Führungsposition rechtzeitig geeignete Maßnahmen zum Erhalt der eigenen Gesundheit zu ergreifen.
Burnoutprävention heißt hier das Zauberwort, das dabei hilft, die psychischen Belastungen, die Führungs-
kräfte tragen, zu schultern und Stressbelastungen, die zu psychosomatischen Erkrankungen führen, zu reduzieren.

Burnoutprävention bei Führungskräfte – was bedeutet Stress überhaupt?

Wohl jedem von uns ist das unangenehme Gefühl „Stress“ bekannt. Stress wird von den allermeisten Personen als unangenehmer Zustand empfunden, besonders wenn Aufgaben scheinbar überwältigend sind.

Unterschieden wird dabei zwischen positivem und negativem Stress. Während uns positiver Stress, auch als Eustress bekannt, dazu motiviert, produktiver zu sein und als förderlich empfunden wird, erschöpft uns negativer Stress und laugt förmlich aus.

Beispiele für eustresserzeugende Situationen sind neue Herausforderungen, spannende Projekte oder motivierende Ziele. Situationen, die negativen Stress auslösen, können hingegen eine übermäßig hohe Arbeitsbelastung, das Einhalten knapper Fristen oder Arbeitsdruck in Kombination mit unzureichenden Ressourcen sein.

Diese Situationen werden dann als überfordernd empfunden. Langanhaltender negativer Stress kann zu vielfältigen psychischen und physischen Gesundheitsproblemen führen. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Gefühl der Machtlosigkeit und der Unzulänglichkeit, zu Angstzuständen und anderen gesundheitlichen Problemen.
Laut einem Bericht für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind langanhaltende mögliche Folgen von negativen Stresssituationen Befindlichkeitsstörungen, Angststörungen, Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um nur einige zu nennen.
Führungskräfte sind von diesen Erkrankungen aufgrund ihrer Verantwortung und ständigen Arbeitsbelastung besonders betroffen.

Der Fourth Annual Workforce Attitudes Toward Mental Health Report aus dem Jahr 2022 weißt darauf hin, dass gemäß einer globalen Umfrage von über 500 CEOs und 5.400 Vollzeitbeschäftigten in den USA, Australien, Deutschland und England 83% der CEOs und 70% der Angestellten aufgrund von Stress, Burnout oder stressbedingten psychischen Problemen jährlich mindestens einen Tag bei der Arbeit fehlen.
Nur 28% der Beschäftigten gaben hier an, in diesem Bereich keine Probleme zu kennen.

Was belastet Führungskräfte? Stressfaktoren in der Arbeitswelt

Führungskräfte sind oft einem hohen Maß an Stress ausgesetzt. Je nach Position müssen Sie eine Vielzahl an Aufgaben erfüllen und tragen Mitarbeiterverantwortung. Sie leiten Teams, treffen wichtige Entscheidungen oder müssen in einem festgesetzten zeitlichen Rahmen Unternehmensziele erfüllen.
Dieser ständige Druck, Erwartungen zu erfüllen, Zeit- und Ressourcenbeschränkungen und die Bewältigung von Konflikten können das Stressniveau maximal erhöhen. Unsicherheiten und Veränderungen erhöhen dieses Stresslevel zusätzlich.

Insofern sind Führungskräfte von dem Thema „Erhalt der psychosozialen Gesundheit im Unternehmen“ doppelt betroffen. Einerseits sind sie die verantwortlichen Manager von Ressourcen und Mitarbeitern, zum anderen sind sie selbst eine mit einem besonders hohen Risiko psychischer und physischer Erkrankungen behaftete Gruppe.

Viele Führungskräfte klagen über zu wenig Zeit, sowohl für das eigene Privatleben, als auch zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Unternehmen. Denn der Anspruch zwischen dem eigenen Leben und der Arbeit stellt eine weitere große Herausforderung dar.
Das zerrt an den Nerven und kostet Kraft, was wiederum zu emotionaler Überforderung und zu noch mehr Stress bei Führungskräften führt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist der zerstörerische Teufelskreis von Stress, Überforderung und Druck fest etabliert.

Bewältigung von Stress – Strategien für Führungskräfte in der Burnoutprävention

Laut den letzten bekannten Daten des Stressreports Deutschland, basierend auf einer Befragung von über 17.000 erwerbstätigen Personen, litten knapp 48% der befragten Führungskräfte in den letzten zwei Jahren vermehrt unter Stress.
Ganze 21% gaben hier an, sich mengenmäßig überfordert zu fühlen. Diese Zahlen verdeutlichen die tatsächlichen Herausforderungen einer Führungsposition und das hohe Stresslevel, dem Führungskräfte in der Arbeitswelt tatsächlich ausgesetzt sind.

Aber wie gehen Führungskräfte mit diesem Stresslevel um?
Viele Betroffene erkennen die Negativspirale leider erst viel zu spät oder beugen den Belastungen in der Arbeitswelt erst gar nicht vor.

Erste Schritte in die richtige Richtung können mit einem effektiven Zeitmanagement, einer offenen Kommunikation mit Mitarbeitern und regelmäßigen Entspannungstechniken geschaffen werden.
Und – last but not least – niemand muss als allwissender Autokrat im Unternehmen glänzen.
Führungskräfte sollten sich daher immer ins Bewusstsein rufen, dass sie nicht alles alleine bewältigen müssen und sollten bei Bedarf eine Burnoutpräventions- und Stressbewältigungsberatung in Anspruch nehmen.

Positive Burnoutprävention – was gehört zu einem wirkungsvollen Stressmanagement?

Vorneweg sei gesagt, dass es nicht DAS einzige und richtige Rezept für Stressmanagement gibt.
Genauso individuell die Ansprüche und Anforderungen eines jeden einzelnen sind, genauso spezifisch ist ein positives Stressmanagemen, das nachhaltig bei der Stressbewältigung hilft.

Trotzdem gibt es einige wirkungsvolle und grundlegende Techniken des Stressmanagements, die gute Erfolge erzielen und den Weg hin zu mehr Stressresilienz erhöhen. Ziel eines positven Stressmanagements ist es dabei immer, vor allem drei Aspekte zu stärken:

  • Stressresistenz: Die Widerstandskraft gegen situativen Stress
  • Stresskompetenz: Die Fähigkeit, mit Stress umzugehen
  • Stressprävention: Die Fähigkeit stressige Situationen zu vermeiden
  1. Die Erhöhung der Stressresistenz bei Führungskräften:
    Je belangungsfähiger Du bist, desto geringer fällt Deine Reaktion auf Stress aus. Diese psychische Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Anspannung heißt in der Fachsprache Resilienz.
    Wichtig zu wissen ist hier, dass Resilienz erlernbar ist. Im Rahmen meiner Stressbewältigungsberatung zeige ich Dir, wie Du durch Selbstfürsorge, wirkungsvolle Stressbewältigungstechniken und Achtsamkeit mehr Stressresistenz entwickeln kannst.

  2. Die Förderung von Stresskompetenz bei Führungskräften:
    Wenn Du Deine Stresskompetenz erhöhst, lernst Du, souverän mit Stress umzugehen, anstatt die Stresshormone Kortisol und Adrenalin die Oberhand gewinnen zu lassen. Auch Stresskompetenz wird Dir im Rahmen einer psychologisch- und systemischen Beratung von mir vermittelt.
    In meiner systemischen Beratung, schauen wir Dein Verhalten nicht isoliert an, sondern auch in Deinen Beziehungen und Handlungen untereinander in Deinem Umfeld.

    Hier lernst Du außerdem, Deine spontane Reaktion auf Stresssituationen zu kennen und mit gezielten Bewältigungsstrategien gegenzusteuern. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Du stressige Situationen anders bewertest, bestimmte Arbeitsschritte einleitest oder Stresskompetenz mit gezielten Übungen und Interventionen zur Entspannung entwickelst.

    Während Führungskräfte also an strukturellem, privatem und betrieblichem Stress nur wenig ändern können, haben sie die Möglichkeit, stressige Situationen durch Stressmanagement künftig neu zu bewerten.

  3. Erlernen von Stressprävention bei Führungskräften:
    Unter Stressprävention wird die Fähigkeit verstanden, stressige Situationen rechtzeitig zu erkennen und diesen vorzubeugen, bevor sie überhaupt erst auftreten.
    Bewältigungsstrategien wie Zeitmanagement, Priorisierung von wichtigen Aufgaben und das Feststecken klarer Grenzen sorgen dafür, potenziell belastende Situationen zu vermeiden und deren Auswirkungen zu minimieren.

Bewusste Selbstfürsorge und ein unterstützendes Umfeld tragen bei Führungskräften ebenfalls dazu bei, Stress vorzubeugen und das eigene Wohlbefinden zu fördern. Eine ausgewogene Work-Life-Balance reduziert Stress und ausgeglichene Führungskräfte können dadurch klarer denken und bessere Entscheidungen treffen. In meinem Artikel Work-Life-Balance: Tipps für Dein inneres Gleichgewicht, findest Du hilfreiche und wertvolle Tipps, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben zu finden.

Effektiver Stressabbau für Führungskräfte – Reflexion, Unterstützung und Achtsamkeit als Schlüssel zum Erfolg

Führungskräfte sind die tragende Säule eines Teams. Umso wichtiger ist es, dass Du als Führungskraft achtsam mit Deinem eigenen Stresslevel umgehst und darauf achtest, dass Deine eigene Gesundheit im Trubel der Aufgaben nicht untergeht.
Regelmäßige Auszeiten und aktive Unterstützung durch Mitarbeiter helfen Führungskräfte dabei, die eigene mentale und emotionale Gesundheit im Zuge einer guten Burnoutprävention beizubehalten.

Mit den folgenden 7 Tipps wird es Dir zukünftig besser gelingen, durch bewusstes Delegieren von Aufgaben und durch die Pflege von Achtsamkeit besser mit Stress umzugehen:

  • Wertschätzung für Führungskräfte
    Der eigene Anspruch kann ganz schön stressen! Schaue also in Deinem Alltag nicht nur auf Deine
    „To-Do-Liste“, sondern gönne Dir von Zeit zu Zeit auch einmal einen Blick auf die „Das-hat-heute-gut-geklappt-Liste“.
    Dadurch stärkst Du Deine positive Selbstwahrnehmung und schärfst Deinen Blick dafür, was wirklich wichtig ist.

  • Auszeiten für Führungskräfte
    Studien zeigen schon längst, dass regelmäßige Pausen am besten zur Erholung wirken, wenn sie möglichst zeitnah an der Belastung liegen. Baue also bewusst Ruhezeiten in Deinen strukturierten Tagesablauf ein und schalte einfach ab.
    Du wirst sehen – anschließend hast Du wieder deutlich mehr Energie und kannst Dinge wieder leichter erledigen. Das gilt gerade in stressigen Phasen.

  • Selbstreflexion für Führungskräfte
    Für Dein psychisches Gleichgewicht sind persönliche Werte und Ziele wichtig. Überlege Dir also, wie Du eigene Werte im Arbeitsalltag aktiv einbringst und lebst.
    Ein kurzer Spaziergang oder eine Meditation können Dir etwa dabei helfen, Deine eigenen Standpunkte zu entwickeln und zu stärken.

  • Führungskräfte und Arbeitsmythen
    Stressmythen prägen unser aller Arbeitsleben – wer trotz hohem Arbeitsaufkommen auf seinen Urlaub besteht, ist nicht engagiert, Führungskräfte müssen alles wissen, alles können oder der Gang in die Arbeit trotz offensichtlicher Krankheitssymptome sind nur einige dieser eingefahrenen Gedankenmuster.
    Befreie Dich von diesem Korsett und orientiere Dich vollkommen neu an Deinen eigenen, persönlichen Werten.

  • Unterstützung für Führungskräfte
    Auch Führungskräfte benötigen regelmäßigen sozialen und fachlichen Austausch. Trainiere Deine Führungsqualitäten und stärke Deine Stresskompetenz. Berufliche Netzwerke und der Austausch mit Gleichgesinnten sind hier besonders hilfreich.

  • Stressfaktor „Führungskräfte und Meetings“
    Meetings sind echte Zeitfresser und – sind wir mal ehrlich – nicht jedes Meeting ist wirklich nötig, oder?! Setze also Deine eigenen Prioritäten und prüfe bei jeder Anfrage aufs Neue:
    Ist das Meeting für mich wirklich relevant?
    Ist es wichtig, dass ich teilnehme?
    Falls nicht – spring über Deinen Schatten und sage freundlich, aber bestimmt ab.
    Dadurch schonst Du Ressourcen und kannst Deine Zeit besser für wesentliche Aufgaben nutzen.

  • Starke Führungskräfte delegieren
    Führungskräfte sollten immer überlegen „Welcher Mitarbeiter ist für welche Aufgabe gut geeignet?“
    „Wer kann künftig eine echte Hilfe bei Fachfragen oder Detailproblemen sein?“
    Du wirst sehen, versierte Kollegen können fachbezogene Probleme oft besser lösen, als Du selbst und entlasten Dich in Deinem Arbeitsalltag immens.
    Lerne also zu delegieren, vertraue und profitiere von dieser Win-win-Situation.

Stress bei Führungskräften – Hilfe im Rahmen einer Stressbewältigungs-beratung

Vielleicht geht es auch Dir so, dass Dich der Stress, die Hektik und die Verantwortung Deiner Position zu erdrücken scheint. Gerne zeige ich Dir im Rahmen meiner Burnoutpräventions- und Stressbewältigungsberatung, wie Du Dich durch eine strukturierte Herangehensweise zur Stressbewältigung und Burnoutprävention gezielt von Stress und den damit einhergehenden gesundheitlichen Folgen befreien kannst.

Meine Beratung umfasst dabei sowohl das Erlernen eines effektiven Zeitmanagements, als auch das Aufzeigen von Wegen, wie Du künftig einen gesunden Umgang mit Stress entwickeln und Deine Leistungsfähigkeit steigern kannst.


Über die Autorin

Hallo, ich bin Andrea, psychologische und systemische Beraterin. Ich unterstütze dich einfühlsam und vertrauensvoll, die Krisen in deinem Leben zu meistern. Hier erfährst Du mehr über mich.